MIP Fortsetzung

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WHO IS WHO MR. FRADKOW? 

Es geht um Michail Fradkow,  den designierten Regierungschef Russlands, der den von M. Kasjanow geräumten Posten besetzt hat. Ein wichtiger Posten, obwohl mit dem des deutschen BK unvergleichbar. Der BK bestimmt die Richtlinien der Politik (nach dem GG mindestens). Das tut in Russland der Präsident. Ein  Regierungschef ist dort nur  Erfüllungsgehilfe des Präsidenten. Aber immerhin der erste!  

Also, was hat der neue russische Regierungschef auf dem Kerbholz? Zuerst einmal  ist er keiner, den Putin von Jelzin erbte. Und einer, der mit Putins Equipe durch viele Seilschaften verbunden ist.  Als ehemaliger Chef der Steuerbehörde kennt  er sich im Gestrüpp der im Inneren wirkenden Geheimdienste gut aus. Als Vertreter Russlands bei der EU im Geflecht der im Äußeren tätigen Aufklärung und des AA auch.  

Außerdem ist er von Hause aus kompetenter Wirtschaftsexperte (soll den russischen Waffenhandel in Schwung gebracht haben).  

Und last not least hat er den Ruf eines Liberalen. Wie alle im Kreml.  

Das erschöpfende Charakteristikum des neuen russischen Regierungschefs verdanken wir Iwan Matrjoschkin, Esq., dessen Forschungszentrum Fradkow unter die Lupe nahm. Wir gratulieren W.W. Putin zu dieser Wahl! 

ENTWARNUNG?  

Entgegen der in westlichen Medien verbreiteten Gerüchte erklärte der aus Brüssel in Moskau eingetroffene M. Fradkow,  dass in den Beziehungen zwischen der EU und Russland  keine Krise zu diagnostizieren ist. Im Grunde genommen sind diese Beziehungen tipp -top. Es gibt keinen Streit, nur einen „konstruktiven Dialog“. Mit dem Ziel, die durch die EU- Osterweiterung entstandenen Fragen einvernehmlich zu lösen.  

Somit sind die Amis, die auf das Zerwürfnis zwischen der EU und Russland spekulierten, wieder einmal Näse, ergänzt I.M., Esq. Er bedauert, dass er sich von einer aufdringlichen Leserin zu einer scharfen Stellungnahme verführen ließ, die somit zurückgenommen wird (siehe unten).

3.3.04

HAMMER UND SICHEL ÜBER MOSKAU  

Am 7.11. hat Russland noch  vor wenigen Jahren seinen größten Feiertag gefeiert: den Jahrestag des Ereignisses, das damals offiziell als die Große Sozialistische  Oktoberrevolution galt, heute als  bolschewistischer Umsturz definiert wird. Die    Definition teilen allerdings bei weitem nicht  alle Russen. Das kam am 7.November 2003 besonders krass zum Ausdruck.

An dem Tag kletterte Armen Weniaminow, der von der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation als Kandidat für die Duma-Wahlen aufgestellt worden ist , mit Hilfe von Arbeitern, die das Duma-Gebäude in Moskau sanieren,  aufs Dach desselben. Er  holte die russische Flagge mit dem Doppeladler herunter und hisste die rote Fahne mit Hammer und Sichel. Von oben flatterten Handzettel auf die Vorübergehenden. Darauf stand „Es lebe die Große Sozialistische Oktoberrevolution!“. Ungefähr eine  Stunde wehte die rote Fahne über dem Haupteingang des Duma-Gebäudes. 

In dieser Zeit marschierten Kriegsveteranen und  Anhänger der linken Kräfte am Haus vorbei. Sie beklatschten die gehisste Flagge der Sowjetunion,  als Musik hatten sie sowjetische Märsche und sie trugen Losungen wie: „ Es lebe der 86. Jahrestag des großen Oktobers!“ und „Lenin! Partei! Komsomol!“, sowie Transparente mit Bildern von Lenin und  Stalin.  


Unter den Demonstranten war  Gennadi Sjuganow, Chef der KPdRF, die bei den bevorstehenden Wahlen für das Abgeordnetenhaus möglicherweise mehr Stimmen auf sich vereinigen kann als andere Parteien Russlands.

8.11.2003

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